In manchen Kreisen wird die Klärschlammverbrennung und nachgeschaltete Phosphorrückgewinnung rege diskutiert. Wie manche Merkenicher auch wissen, wird’s hier im Ort auch heftig diskutiert, da eine solche Verbrennungsanlage für Merkenich geplant ist. Die geplante Anlage steht gerade in der Genehmigungsphase. Um die Kölner Stadtkasse etwas besser aufzufüllen ist auch geplant, Klärschlamm von anderswo auch in Merkenich zu verbrennen (u.a. aus Bonn). Dies bedeutet noch mehr Emissionen, mehr Gerüche und mehr LKW-Verkehr für unser Ort. Es gibt aber Komplikationen: man weiß noch nicht wie Phosphor zurückzugewinnen ist und wie man die CO2 Emissionen finanzieren soll.
Die sog. Verordnung über die Verwertung von Klärschlamm, Klärschlammgemisch und Klärschlammkompost von 2017 (Klärschlammverordnung – AbfKlärV) legt fest, dass spätestens bis 2029 Phosphor aus Klärschlämmen aus Kläranlagen einer festgelegten Größe rezykliert bzw. Rückgewonnen werden muss. Eine theoretische Möglichkeit der Rückgewinnung ist der thermischen Verbrennung mit anschließender Phosphorrückgewinnung aus der Asche. Nur ist das Problem momentan, dass es keine funktionierende bzw. finanzierbaren Technologie verfügbar ist, um die Phosphor aus der Asche zurückzugewinnen. Expertenkreise bezweifeln auch, ob eine solche Technologie bis 2029 ausreichend verfügbar ist. Lesen Sie weiter hier:
Ferner, die Klärschlammverbrennung führt zum Problem, dass Kohlenstoff Dioxid (CO2) entsteht und in die Luft emittiert wird. Es gibt allerdings das sog. ETS bzw. European Emissions Trading System von 2005. Dahinter steckt, dass Firmen bzw. Anlagen ab eine bestimmte Größe das Erlaubnis kaufen müssen, bestimmte Mengen an CO2 zu emittieren. Es gibt diverse Möglichkeiten (sowohl technisch als auch administrativ) diese Kosten zu reduzieren. Kläranlagenbetrieber schlagen aber Alarm, weil sie für sich wenige Möglichkeiten diese neu hinzukommenden ETS Kosten zu drucken. Fazit – unsere Abwassergebühren werden womöglich steigen. Lesen Sie hier mehr darüber: